CLICK - Textgestalt und Bemerkungen zu seinen Predigten

Über die Demut 
Standesunterweisung für die Frauen (1967)


Liebe Frauen!

„Jeder, der sich erhöht, wird erniedrigt, und wer sich erniedrigt, wird erhöht werden.“ Lk 18,14.

Jesus selbst hat uns die Erniedrigung der Demut vor Augen geführt, wenn wir uns retten wollen.

Gleichnis vom Zöllner und Pharisäer. Der Pharisäer kam in den Tempel, nicht um zu fasten und zu beten, nicht um etwas zu bitten oder für etwas zu danken. Sein Gebet ist nichts anderes als ein Selbstlob, voll von Eitelkeit und Stolz, und um andere zu beschimpfen. Jesus sagt auch selber, dass jener gerechtfertigt nach Hause ging, dieser aber nicht. Die Sünde des Zöllners wurde vergeben, der Pharisäer aber ging mit noch mehr Schuld beladen heim.

Warum dies? Wenn ihr den Grund wissen wollt, dann so: die Demut des Zöllners, obwohl ein Sünder, ist Gott wohlgefälliger als alle vermeintlichen guten Werke des Pharisäers. Und Jesus schloss dieses Gleichnis „Wer sich erniedrigt, … Wer sich erhöht, …“

Der einzige Weg, der zur ewigen Seligkeit führt, ist die Tour der Demut. Wenn wir haben wollen, dass Gott unser Handeln, unsere Werke annimmt und belohnt, dann müssen wir demütig sein. Augustinus sagt: "Wenn ihr mich fragt, welches das erste Gebot Christi sei, dann antworte ich euch: die Demut. Wenn ihr mich ein 2. und 3. Gebot fragt, dann sage ich immer nur so: Demut."

Der Stolz ist die Wurzel aller Sünden, die Demut bringt alle Tugenden hervor. Mit der Demut habt ihr alles, was ihr wollt, um eure Seele zu retten. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr in das Gottesreich nicht eingehen. Die Kinder sind einfach, demütig, einfach richtig, sie bilden sich nichts ein, ohne Bosheit. Mt 19,13. Lasst die Kleinen zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich.

Bei Maria war es die Demut, die das Suge Gottes auf sie richtete, um sie die Mutter des Erlösers … „Siehe, ich bin die Magd des Herrn.“ 

Die heilige theresia fragte einmal Jesus, warum sich der Heilige Geist so leicht den Patriarchen, den Propheten offenbarte und Gottes Geheimnisse anvertraute, während er es heute nicht mehr tut. Die Antwort war: Weil sie viel offener, demütiger waren. Heute sind die Menschen voll von Eitelkeit und Stolz. Bei der Geburt Jesu erschien der Engel den Hirten, den Königen, weil diese naive und demütige Seelen waren. Nicht dem König Herodes und anderen Königen und Fürsten.

Augustinus sagt: Wenn ihr euch verdemütigt vor dem Herrn, dann werdet ihr Gnade in Fülle bekommen. Wenn ihr euch erhebt und glaubt, groß zu sein, dann wird er sich von euch zurückziehen und euch eurem Elend überlassen. 

Unser Herr – um uns zu zeigen, dass die Tugend der Demut die erste und schönste aller Tugenden ist, begann die Bergpredigt mit den acht Seligkeiten: Selig, die arm sind im Geist, denn ihrer ist das Himmelreich.“ 

Isaias fragte den Herrn: „Herr, auf wen kommt der Heilige Geist, auf solche die vor der Welt einen großen Namen haben oder auf die Stolzen? Nein, sagte der Herr, aber auf die, die ein demütiges Herz haben. Is 66,2.

Ein demütiger Mensch ist auch von den Menschen geschätzt. Sie haben ihn gern. Warum hat man die Kinder gern, weil sie eben demütig sind. Der Demütige gibt nach, ist mit allem zufrieden, will nicht immer Recht behalten.

Vor den Demütigen hat der Teufel Spundus (Angst). Macarius, zu diesem sagte er einmal: „O Macarius, wie machst du mich leiden! Du fastest und ich faste immer. Manchmal wachst du und ich schlafe ein. Nur in einer Sache übertriffst du mich.“ Und Macarius fragte: In welcher? Es ist deine Demut.Gleich warf sich Macarius auf den Boden nieder und bat den Herrn, dass er ihn nicht fallen lasse, stolz werden lasse, weil er den Teufel, nur den Teufel floh.

Worin besteht die Demut? In der und aus der Demut. Aus der Demut: sich nicht loben, etwas gut getan zu haben, nicht prahlen über die Fähigkeiten, geheim halten, wenn du Almosen gegeben hast, besonders gebetet hast, Bußwerke geübt hast. Wenn Don Bosco gelobt wurde, dann sagte er: Ich werde mich bemühen, es besser zu machen. Den Erfolg Gott zuschieben oder der Mutter Gottes.

Manche schimpfen über sich, stellen sich hin, als b sie nichts wert wären, das ist falsche Demut. Die Demut trägt nach dem Beispiel Christi. Wenn ihr versucht werdet, die Versuchung geduldig tragen. Elisabeth sang ein Te Deum. Die Apostel freuen sich, wenn sie Verfolgung leiden dürfen. Apg 5,41.

Essere contenti (zufrieden sein), wenn andere reicher sind, gescheiter, behänder, sich immer dem Willen Gottes unterwerfen. Demut beim Beten, Demut in der Kirche beim heiligen Opfer. 

Modesti (bescheiden): nicht herumschauen, jeden betrachten und ertasten, nicht beten ohne Gottesliebe, denken an die unendliche Barmherzigkeit Gottes, wenn du mit Demut und mit dem Bewusstsein deiner Bedürftigkeit die Hilfe Gottes anrufst.

Wenn ihr Demut habt, dann übt es mächtig wie die kananäische Frau. Magdalena …

 

Es folgen sieben Zeilen mit Namen und Stichworten zur Ergänzung der Predigt, die aber nicht weiter ausgeführt sind. 

Dies ist bei Pfarrer Heinrich öfers zu beobachten. Wahrscheinlich diente es ihm zur Sicherheit, damit er sich im Notfall (Vergessen oder Drauskommen) immer noch an etwas klammern konnte - nach dem alten Sprichwort für Prediger: "Ein alter Fuhrmann muß wenigstens noch knallen können!"